IT-Architektur gestalten · IT-/KI-Strategie entwickeln · Regulatorik operationalisieren

Technik ist selten der Engpass.
Unklare Verantwortung schon.

Ich arbeite in IT- und KI-Vorhaben, in denen viele Beteiligte, hohe Regulierung und operative Realität zusammenkommen. Ich mache sichtbar, wo es hängt, und sorge dafür, dass danach entschieden und geliefert werden kann.

Porträt von Ruth Christen
Erfahrung Seit 2008 in IT-Projekten, seit 2023 selbständig
Ebene Projektverantwortliche, Führungskräfte, Geschäftsführung und ihre Teams
Regulierung EU AI Act, DORA, BAIT/VAIT/KAIT: in Projekten umgesetzt
Branche Branchenübergreifend · Schwerpunkt Finanz- und Versicherungssektor · Erfahrung im Mittelstand

Leistungen

Womit Kunden zu mir kommen

Drei Schwerpunkte. In den meisten Mandaten greifen mindestens zwei davon ineinander.

01

Programme und Projekte, die feststecken

Ich mache sichtbar, woran es hängt, kläre Verantwortlichkeiten und bringe das Vorhaben wieder in eine steuerbare Struktur.

02

IT- und KI-Strategie

Standortbestimmung, Zielbild und Roadmap für die nächsten sechs bis 36 Monate, passend zu Reifegrad und Geschäftsstrategie.

03

Regulatorik

Ich übersetze Anforderungen aus EU AI Act, DORA und BAIT/VAIT/KAIT in Rollen, Prozesse und Architektur, die im Alltag und im Audit tragen.

Aus der Praxis

Drei Beispiele

Wie das konkret aussieht, inklusive der Stellen, an denen es unbequem wurde.

01

Wenn das Ambitionsniveau nicht zum Reifegrad passt

  • BrancheFinanzsektor
  • ThemaKI-Strategie, Standortbestimmung
  • ErgebnisDrei Use Cases, Rollout auf 50 % der jeweils betroffenen Mitarbeitenden im ersten Jahr

Ein Unternehmen im Finanzsektor wollte KI innerhalb von sechs Monaten flächendeckend einsetzen. Die Standortanalyse zeigte jedoch: Data Owner waren nicht benannt, Governance-Grundlagen fehlten und wichtiges Prozesswissen saß in einzelnen Köpfen.

Wie soll jemand ein Ergebnis verantworten, das er nicht versteht?

Mit einer Ambitionsskala über drei Jahre wurde sichtbar, was realistisch und verantwortbar war. In einem gemeinsamen Workshop markierten die Teilnehmenden darauf zwei Punkte: wo sie sich realistisch sehen wollen, und was nicht mehr verantwortbar wäre. Dazwischen liegt der Korridor für alle weiteren Entscheidungen.

Ambitionsskala · 3-Jahres-Horizont

  • Assistenz und punktueller Einsatz
  • Systematische Prozessoptimierung
  • Selektiv transformativ: Kerngeschäft und neue KI-ServicesErgebnis
  • Differenzierung als Wettbewerbsvorteil
  • Geschäftsmodell-Veränderung, Plattform-ShiftErwartung

Statt eines überfordernden Vollausbaus entstand ein belastbarer Startpunkt: interne Expertise aufbauen, drei Use Cases aus unterschiedlichen Fachbereichen umsetzen und klare Verantwortlichkeiten sowie KPIs zur Messung der Umsetzung festlegen.

Im ersten Jahr wurden die drei Use Cases auf 50 Prozent der jeweils betroffenen Mitarbeitenden ausgerollt: der erste tragfähige Schritt zum Ziel.

02

Emotionen raus, Transparenz rein

  • BrancheFinanzdienstleistungen
  • ThemaTechnische Koordination beim Wechsel des zentralen IT-Dienstleisters
  • UmfangIT-Betrieb, Arbeitsplätze, Infrastruktur und Rechenzentrum
  • Projektstruktur18 Teilprojekte in vier Bereichen. Ich habe die acht technischen koordiniert und war Schnittstelle zu den übrigen drei Bereichen
  • DauerElf Monate
  • ErgebnisTransparenter Handlungsbedarf, belastbarer Migrationsplan, termingerechte Umsetzung

Der Dienstleisterwechsel im Finanzdienstleistungssektor war festgefahren. Schuldzuweisungen bestimmten die Gespräche, während technische und organisatorische Abhängigkeiten ungeklärt blieben.

In Einzelgesprächen, nicht in der Runde. Sonst wären die Emotionen wieder hochgekommen. Vier Fragen, immer dieselben:

  • Womit beschäftigst du dich?
  • Wo hakt es?
  • Was denkst du, woran es liegt?
  • Wer ist im Lead für das Thema?

Das machte das Muster sichtbar: 18 Teilprojekte, die sich an so vielen Stellen überschnitten, dass Verantwortung auf dem Papier vorhanden war, praktisch aber fehlte.

Wenn auf dem Papier drei Leute zuständig sind, ist es in der Projektrealität oft keiner.

Gemeinsam mit der Projektleitung wurden Zuständigkeiten geklärt, offene Aufgaben nachgehalten und ein realistischer Plan für Migration und Umstellung erarbeitet. Der geplante Termin wurde gehalten.

03

Der kleinste gemeinsame Nenner hilft niemandem

  • BrancheTechnischer Handel, Mittelstand
  • FormatTagesworkshop, sechs Stunden
  • TeilnehmerNeun Inhaber, Betriebe von 30 bis 150 Mitarbeitenden
  • AusgangslageWissensstand von „noch nie benutzt" bis „täglich im Einsatz"
  • ErgebnisEin verbindlicher nächster Schritt pro Unternehmen

Neun Inhaber, ein Raum, sechs Stunden. Die einen hatten KI noch nie selbst benutzt, die anderen arbeiteten längst täglich damit. Bei so einer Spanne lässt sich ein Workshop in zwei Richtungen verderben: Man holt die Einsteiger ab und verliert die Erfahrenen an ihr Handy. Oder man steigt fachlich ein und hängt die Hälfte des Raums ab.

Der übliche Ausweg ist der kleinste gemeinsame Nenner. Der sorgt nur dafür, dass alle gleichermaßen unzufrieden nach Hause fahren.

Ich suche keinen gemeinsamen Stand. Ich suche eine gemeinsame Frage.

Die Frage war nicht, was KI kann, sondern was sie im eigenen Betrieb konkret übernehmen soll. Darauf hat jeder eine Antwort, egal wie weit er ist. Danach habe ich die Gruppen so zusammengestellt, dass Erfahrene und Einsteiger zusammensaßen und am eigenen Fall arbeiteten statt an allgemeinen Beispielen. Die Erfahrenen wurden damit selbst zu Auskunftgebern, die Einsteiger bekamen Antworten aus ihrer eigenen Branche statt aus einer Präsentation.

Am Ende benannte jedes Unternehmen einen konkreten nächsten Schritt mit Termin, öffentlich vor den anderen. Neun Betriebe, neun unterschiedliche Schritte. Und keiner davon aus meiner Feder.

Regulatorik

Erst bei mir selbst. Dann beim Kunden.

Ich empfehle Governance nicht, ohne die Anforderungen selbst praktisch umgesetzt zu haben, soweit das im eigenen Unternehmen sinnvoll ist. Für Christen Consulting habe ich deshalb einen eigenen Rahmen für KI-Nutzung und Datenschutz aufgebaut. So kenne ich nicht nur die Regelwerke, sondern auch die konkreten Fragen bei Dokumentation, Rollen und Prozessen.

  • KI-Nutzungsrichtlinie und Register der eingesetzten Systeme
  • Verzeichnis der Verarbeitungstätigkeiten nach Art. 30
  • Technische und organisatorische Maßnahmen nach Art. 32
  • Löschkonzept und Prozess für Datenschutzvorfälle
  • Geprüfte Auftragsverarbeitungsverträge aller Dienstleister
  • Vertragsunterlagen und AGB um Regelungen zur KI-Nutzung sowie Transparenzinformationen nach Art. 13 DSGVO ergänzt; bestehende Mandanten wurden nachträglich informiert

Meine Erfahrung daraus: Wer seine Hausaufgaben bei der DSGVO gemacht hat, kann KI-Governance auf einem bestehenden Rahmen aufbauen. Entscheidend ist, die zusätzlichen Anforderungen sauber einzuordnen und in praktikable Verantwortlichkeiten und Prozesse zu übersetzen.

EU AI Act DSGVO DORA BAIT · VAIT · KAIT KaMaRisk

Ansatz

Wie ich arbeite

Kein Methodenkoffer, den ich über jeden Kontext lege. Aber vier Dinge, an denen ich nicht rüttle.

Ruth Christen arbeitet mit Stift und Notizbuch
01

Ich rede mit mehreren Beteiligten, nicht mit einem. Wenn drei Leute dieselbe Lage unterschiedlich beschreiben, liegt dort das Problem. Und ich lasse mir Dinge zeigen, nicht erzählen.

02

Auf Managementebene mache ich Dinge transparent und messbar. Auf Arbeitsebene geht es fast immer um Sprache: Fachbereiche wie Rechnungswesen oder Marketing und die IT beschreiben dasselbe unterschiedlich. Erst wenn der gemeinsame Nenner steht, kann man darauf aufbauen.

03

Wer einen Schuldigen braucht, kann mich nehmen, solange wir danach über Lösungen sprechen. Rückwärtsgewandte Schuldsuche bindet Energie, die bei der Umsetzung fehlt.

04

Ich gebe Empfehlungen, die Entscheidung bleibt bei Ihnen. Tragen Strukturen und Verantwortlichkeiten, reduziere ich meinen Einsatz und ziehe mich gerne wieder zurück. Am Ende soll es ohne mich funktionieren. Das ist der Punkt, an dem ich weiß, dass es gut gelaufen ist.

Wenn Sie schöne Folien und beruhigendes Management-Consulting suchen, gibt es dafür bessere Adressen. Wenn Sie jemanden brauchen, der sagt, was ist, und das anschließend konkret mit Ihnen umsetzt, dann sprechen wir.

Über mich

Ruth Christen

Seit 2008 in IT-Projekten. Nach vielen Jahren als Angestellte und externe Beraterin bin ich 2023 in die Selbständigkeit gegangen. Der Grund: Ich wollte direkt mit den Menschen arbeiten, ohne Hierarchie-Theater. Und ich wollte die Freiheit, auch außerhalb der Arbeit dort Verantwortung zu übernehmen, wo sie gebraucht wird.

Ich denke mit dem Stift in der Hand. Mit Papier, Pfeilen und Querverweisen werden Abhängigkeiten und Widersprüche für mich schneller sichtbar.

Ich brauche Schlüssigkeit, nicht Perfektion. Wenn etwas in sich stimmt, reicht das. Wenn nicht, frage ich so lange nach, bis es konkret wird. Ob diese Art der Zusammenarbeit passt, zeigt sich meist schnell.

Die Mosel ist mein Ankerpunkt. In der Natur, mit Familie oder Freunden finde ich den Abstand, den ich nach komplexen Projekten brauche. Genuss bedeutet für mich, den Dingen Zeit zu geben: gutem Essen, langen Gesprächen und Momenten, für die ich ganz da bin.

Ich kämpfe nicht gegen jede Welle an. Ich versuche zu verstehen, welche Kräfte wirken und wie wir sie für den nächsten Schritt nutzen können.

Ruth Christen in einem Weinberg an der Mosel

Für wen

Nicht für jeden

Ich arbeite mit Organisationen zusammen, die das Problem sehen und die bereit sind, es zu ändern. Das braucht Offenheit. Und den Mut, unbequeme Wahrheiten auszusprechen.

Wo ich passe

  • Wenn mehrere Teams am gleichen Thema arbeiten und sich keines zuständig fühlt
  • Wenn ein Projekt oder Programm läuft, aber niemand mehr belegen kann, wo es steht
  • Wenn KI kommen soll und die Frage nach Verantwortung noch offen ist
  • Wenn Regulatorik ansteht und Sie jemanden brauchen, der sie nicht nur zitiert
  • Wenn im Team allen klar ist, dass etwas nicht stimmt, es aber niemand ausspricht

Wo ich nicht passe

  • Wenn Sie Folien brauchen, die beruhigen, statt Wahrheiten, die helfen
  • Wenn Ihre Führung Klarheit als Zumutung empfindet
  • Wenn ein gutes Gewissen einkaufen leichter ist als umdenken
  • Wenn Sie jemanden suchen, der Ihre Fehler mit unterschreibt

Zwei Anfragen, die ich abgelehnt habe

Ein Konzern wollte eine Change-Begleitung, gut dotiert. Ich habe abgelehnt, weil ich es nicht kann. Man legte mir nahe, mein Lebenslauf gäbe das durchaus her. Das mag stimmen. Richtig fühlte es sich trotzdem nicht an, und ich verkaufe keine Kompetenz, die ich nicht habe.

Ein Finanzunternehmen suchte Unterstützung bei der Operationalisierung von DORA-Anforderungen. Inhaltlich genau mein Thema. In den Gesprächen wurde jedoch deutlich, dass es menschlich nicht passt. Auch dieses Mandat habe ich abgelehnt. Denn eine Zusammenarbeit, die Vertrauen und offene, manchmal unbequeme Worte braucht, funktioniert für mich nicht allein über fachliche Kompetenz.

Ruth Christen im Telefongespräch an ihrem Arbeitsplatz

Sprechen wir.

Ein erstes Gespräch dauert etwa 30 Minuten und kostet nichts, abgesehen von Zeit. Sie schildern, woran es hängt, ich frage nach, bis ich es verstanden habe. Dabei lernen Sie mich und meine Art zu arbeiten kennen. Danach wissen wir beide mehr: Sie, ob Sie mit mir arbeiten wollen, und ich, ob ich die richtige Besetzung bin. Ein Nein von einer der beiden Seiten ist ein brauchbares Ergebnis.

Für den Anfang genügen zwei Sätze per Mail. Keine Ausschreibung, kein vorbereitetes Briefing, kein Formular. In der Regel antworte ich innerhalb von 48 Stunden, außer ich bin im Urlaub.